Die Forderung seitens der Arbeitgeber, aber auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nach Möglichkeiten zum permanenten, lebensbegleitenden Lernen wird immer lauter. Einzig die Art und Weise, wie wir diesem Anspruch entsprechen wollen, obliegt dann wiederum uns als Individuum. Wir werden uns dem allgemeinen Ansinnen, über einen permanenten Qualifizierungsaufbau unsere persönliche Wettbewerbsfähigkeit – auch auf dem Arbeitsmarkt – zu sichern, nicht entziehen können. Allein die Frage, in welchen Umfang, mit welchem Anbieter und in welcher zeitlichen Dimension wir unser Lernen organisieren werden, gilt es dann zu beantworten.

Work-Life-Learning-Integration

In den letzten Jahren sind vielfältige Qualifizierungsangebote entstanden, neu oder einfach nur anders gedacht worden und diese haben sich in niedrigschwelliger Form auf dem Markt etabliert. Eine der großen Herausforderungen wird zukünftig darin bestehen, gute, sinnhafte und bedarfsorientierte Bildungsformen im großen Angebotspool zu erkennen. Und dann für den eigenen Entwicklungsbedarf auszuwählen. Folglich entwickeln wir alle uns in unserem Anspruch an individuellen, geeigneten Qualifikationsaufbau hin zu einem persönlichen Kompetenz-Unternehmer oder einer Kompetenz-Unternehmerin in eigener Sache. Hierbei wirken die Autorinnen und Autoren in den unterschiedlichen sozialen Netzwerken und auf Plattformen aktivierend, wenn wir diese als Impulsgeber für Denkanstöße verstehen. Auch hierbei gilt es, nützliche Informationen zu filtern und diese ausgewählten als Lernanstöße zu verstehen. Wir haben uns entschieden, ebenfalls diesen Weg der Informationsverbreitung zu beschreiten. Auf dem Youtube-Kanal PERSOProf werden eine Vielzahl unterschiedlicher Lernimpulse angeboten. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil der Social-Media-Kanäle liegt in der Aktualität der Beiträge, die anders als bei Publikationen in gedruckter Form, deutlich weniger zeitlichen Vorlauf benötigen.

Selbstständigkeit der Lernenden

Zurückkommend auf die geforderte Kompetenz-Unternehmerschaft stellt sich auch die Frage nach Art und Weise sowie Form der Ausgestaltung organisierter (Lern-)Arbeit von morgen. Hierbei verlagert sich die geforderte primäre Verantwortung für die permanente Kompetenzanpassung immer mehr in Richtung der Lernenden. Was bedeutet dies nun für das aktive Lernverhalten? Lernende werden auf diese Veränderungen vorbereitet und nutzen für die Wissens- und Kompetenzvermittlung moderne, innovative und zukunftsweisende Lernarenen. In diesem Zusammenhang ist es uns ein Anliegen, die Lernenden neben dem Umgang mit technologischen Dimensionen auch auf die steigenden Anforderungen an die sozialen und persönlichen Kompetenzen vorzubereiten. Flexible Lernsituationen bedürfen einer hohen Kommunikationsbereitschaft und einer ausgeprägten Kooperationsstärke. Planungs- und Organisationsfähigkeit sowie eine starke Selbstständigkeit der Lernenden werden zunehmend wichtiger. Artificial Intelligence (AI) & LearningHub Ecosysteme befördern die Lernplattformen, in denen sich die Lernenden zukünftig bewegen werden. Wir als interdisziplinäre Forschergruppe des i:ad (Institut für Arbeit & Digitalisierung) sehen es als unseren Auftrag an, die beteiligten Akteure zu sensibilisieren, diese Lernansätze weiterzuentwickeln und moderne, AI-gestützte Lernarrangement zu etablieren.

Thomas Bartscher und Regina Nissen

Lebensbegleitendes Lernen wird für uns alle zu einem neuen Anforderungsprofil. In einer kleinen Blog-Reihe werden Dr. Thomas Bartscher, Professor für Personalmanagement, Innovations- und Transformationsmanagement, Digitalisierung & Arbeit 4.0 an der Technischen Hochschule Deggendorf und Regina Nissen, Dipl.-Kauffrau, Wissenschaftlerin des i:ad Institut für Arbeit & Digitalisierung und Geschäftsführerin der IPP-Institut GmbH, ihre Überlegungen zu diesem Thema darstellen.

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